Konzept

Vorwort:

Der Begriff Graffiti steht als Sammelbegriff für beispielsweise Bilder, Schriftzüge und Zeichen die auf Oberflächen erstellt werden. Für diese werden verschiedene Materialien (derzeit vorwiegend mit Hilfe von Spraydosen) und Techniken genutzt. 

Die Kunstform Graffiti ist fester Bestandteil einer langen Menschheitsgeschichte. Bereits im alten Ägypten wurde, in Form von gekratzten Schriften in Tempel, auf Felsen und Gräbern, diese Gestaltungsform von Menschen umgesetzt. Die gestalterische Umsetzung dessen änderte sich dabei im Verlauf der Jahrhunderte. Seit circa den 1930er Jahren entwickelte sich zunehmend die heute als Graffiti bekannte Gestaltungsart und Umsetzung. 

In der heutigen Gesellschaft werden Graffitos meist nicht als Ausdruck künstlerischer Betätigung, sondern als „Schmierei“ wahrgenommen. Dies liegt vor allem daran, dass diese zumeist illegal angefertigt werden. 

Um dieser gesellschaftlichen Entwicklung entgegenzuwirken und Graffiti wieder positiv zu besetzen gibt es in vielen Großstädten in Deutschland gut funktionierende Präventionsprojekte die sich gezielt an Kunstinteressierte Menschen richtet. Der derzeitige kommunale Umgang des Präventionsrat mit Graffitos setzt derzeit vorwiegend auf repressive Maßnahmen gegen illegale angebrachte Bilder und Schriftzüge. Ein großer Teil präventiver Arbeit ist es jedoch, alternativen für Interessierte zu schaffen und ihnen Möglichkeiten zu bieten legale Kunstwerke anfertigen zu können. Derzeit gibt es, anders als beispielsweise in der Hansestadt Greifswald oder in Schwerin, keine bekannten Freiflächen, an denen es legal ist zu malen. 

Wir wollen mit diesem Projekt ein Stück dazu beitragen Kunstinteressierten legale Möglichkeiten zu bieten und eine gesellschaftliche Akzeptanz für diese Kunstform zu fördern. 

 

Probleme kann man niemals mit der gleichen Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. – Albert Einstein

 

 

Ansatz des Projektes: 

Der Präventionsrat der Hansestadt Stralsund arbeitet derzeit vorwiegend repressiv und restriktiv an der Thematik illegaler Graffitos. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken bedarf es aus unserer Sicht jedoch einen ganzheitlichen und ressourcenorientierten  Ansatz. Neben fundierten Strategien ist es notwendig Alternativen zu schaffen. Eine solche Alternative können zielgerichtete Angebote sein, die es Kunstinteressierten ermöglicht sich kreativ zu entfalten – ohne sich dabei strafbar zu machen. Wir sehen dieses Konzept als eine Ergänzung zu den bereits bestehenden Ansätzen der verschiedenen Akteure der Hansestadt. 

Verbote und Strafverfolgungen können nicht die einzigen Möglichkeiten sein sich dieser Thematik präventiv zu widmen. 

Zielgruppe:

Im Rahmen dieses Konzeptes wollen wir an dieser Stelle unsere Zielgruppe definieren. Die, in diesem Konzept, berücksichtigten Zielgruppen sind nicht als starr zu betrachten und können im Verlauf, je nach Ressourcen und Bedarfen, variieren. Um den verschiedenen Akteuren und Arbeitsbereich gerecht zu werden, ist eine Differenzierung der unterschiedlichen Zielgruppen zu formulieren. 

Kunst- / Graffiti- interessierte 

Damit sind vorrangig Menschen gemeint, die bereits Kontakt mit Graffitos erworben haben und diese beispielsweise bereits an nicht gestatteten Flächen angebracht haben. Diese Zielgruppe ist besonders von der Schaffung legaler Möglichkeiten abhängig um ihren Interessen nachkommen zu können – ohne sich strafbar zu machen.

Schüler*innen

Damit sind alle Schüler*innen, insbesondere der Sekundarstufen 1 und 2, der Hansestadt Stralsund und näheren Umgebung gemeint. Hierbei handelt es sich speziell um präventive praktische, sowie theoretische Angebote.

Mitbürger*innen

Zu dieser Zielgruppe gehören alle Menschen die nicht unmittelbar an stattfindenden Angeboten teilnehmen. Primäres Ziel ist es, eine Akzeptanz für Graffitos in der Hansestadt zu fördern. 

Stadtverwaltung 

Damit sind Akteure im politischen und administrativen Bereich innerhalb der Verwaltungsebenen gemeint. 

Eigentümer*innen

Meint vorrangig private und kommunale Gebäudeeigentümer (Wohnhäuser, Lagerhallen, Mauern etc.) die legale Flächen für Graffitos bereitstellen könnten. 

Angebote:

Wie bereits zu Beginn dieses Konzeptes niedergeschrieben, geht es in diesem, um einen präventiven und vor allem angebotsorientierten Ansatz. Die nun folgenden Angebote sind nicht als starr zu verstehen und sind nur eine Skizze von vielschichtigen Möglichkeiten. 

Schaffung legaler Flächen

In der Hansestadt Stralsund existieren derzeit kaum Möglichkeiten legal Graffitos zu erschaffen. Ziel sollte es sein möglichst flächendenkend Plätze zu schaffen, an den Menschen die Möglichkeit haben sich künstlerisch zu entfalten, ohne dabei Straftaten zu begehen. 

Workshops 

Im Rahmen des Projekts soll es zu regelmäßigen praktischen Workshops zu verschiedenen Inhalten zum Thema Graffitos geben. 

Präventive inhaltliche Veranstaltungen

In der alltäglichen Arbeit im Rahmen des Projektes und mithilfe von Vorträgen o.ä. werden verschiedene Inhalte vermittelt. So wird es beispielsweise um die strafrechtlichen Folgen illegaler Graffitos gehen, jedoch auch um die geschichtliche Entstehung dieser Kunstform. 

Kooperationen:

Im Rahmen des Projekts strebt der Ajuku e.V. eine möglichst weitreichende Netzwerkarbeit mit Initiativen, Vereinen, Verwaltungsorganen und Einzelpersonen an. So ist das Ziel der Arbeit möglichst viele Kooperationspartner zu gewinnen. 

 

Verein zur Förderung alternativer Jugendkultur in Stralsund 
28.09.2018
Advertisements